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Der Porträtspezialist

norman paeth bautzen

SÄCHSISCHEN ZEITUNG AUSGABE BAUTZEN AM 03.06.2014

Norman Paeth stellt zu Pfingsten in der Bautzener Citygalerie preisgekrönte Fotografien aus. Und spricht darüber.

Von Frances Scholz

Die Haut wie Porzellan, die Augen sind eisblau, der Blick schweift sehnsüchtig in die Ferne. Kein Fältchen im Gesicht. Diese Fotografie wirkt nahezu perfekt und ist sogar preisgekrönt. Gemacht hat das Bild Norman Paeth. Er wurde im Mai vom Bund professioneller Porträtfotografen da- für als „International Photographer of High Perfomance“ in Köln ausgezeichnet. 15 sei- ner prämierten Bilder zeigt er am Pfingstsonntag und -montag in der der Bautzener Citygalerie. Dort will er auch mit den Besuchern über seine Fotografien sprechen.

Im Alter von 24 Jahren kauft sich Norman Paeth seine erste analoge Kamera. „Ich habe dann alles Mögliche fotografiert und viel experimentiert, zum Beispiel Nachtaufnahmen gemacht“, sagt der 49- Jährige. Erst vor sieben Jahren entdeckt er sein heutiges Spezialgebiet für sich: die kreative Porträtfotografie. „Ich habe damals an einem Workshop in meiner Heimatstadt Heidenheim mitgemacht und dann Blut geleckt“, sagt Norman Paeth.

Er mietet sich ein Fotostudio an und probiert sich aus. „Das war anfangs sehr schwer. Ich musste erst lernen, dass ich dem Model auch konkrete Vorgaben machen muss.“

Dabei hat er meist eine genaue Vorstelung von seinen Bildern. „Heute mache ich mir mit meinen Modellen immer ein Konzept, damit ich weiß, wie sie sich sehen wollen“, erklärt Norman Paeth. Er arbeitet nur selten mit professionellen Models, sondern mit Frauen und Männern von neben- an. „Die Leute wollen oft in andere Rollen schlüpfen und ich kann ihre Wünsche wahr machen. Das ist das Tolle am Fotografieren“, sagt Norman Paeth. Viele Geschichten bewegen ihn. Wie die einer jungen Frau, die schwer krank ist und noch mal ein schönes Bild für ihren Mann haben wollte. „Es hat mich im ersten Moment erschüttert, aber ich war auch überrascht, denn sie hatte trotz ihrer Krankheit viel Lebensmut“, sagt der Räckelwitzer.

Generell kommen mehr Frauen als Männer in Norman Paeths Fotostudio „photastisch“ in Bautzen. Das betreibt er neben seiner Tätigkeit als Anzeigenberater für den SZ-Verlag. „Viele Frauen wollen sich sehr sexy vor der Kamera zeigen.“ Deshalb sind ihm Gespräche vorab mit seinen Models wichtig. „Wir besprechen alles. Vom Make-up bis zu der Kleidung und der Idee hinter dem Bild“, sagt der Fotograf. Über der grübelt er meist ein paar Tage. „Die Idee kommt mir aber dann nicht im Fotostudio oder am Computer, sondern wenn ich irgendwo unterwegs bin, zum Beispiel im Fahrstuhl.“

Ein Shooting, an das er sich besonders gern erinnert, ist das mit seiner heutigen Freundin. „Sie hatte sich auf meiner Internetseite informiert, fand meine Bilder gut und wollte sich von mir fotografieren lassen“, erinnert sich Norman Paeth. Damals wohnte er noch in Heidenheim bei Stuttgart. „Sie wollte unbedingt ein Bild mit einer Deutschen Dogge, die habe ich am En- de über eine Bildmontage eingebaut“, er- klärt der Fotograf, der für seine Freundin vor rund zwei Jahren in die Lausitz zog.

Bei seinen Fotos arbeitet er auch mit Bildbearbeitungsprogrammen. „Aber ich schaue mir die Fotos dann immer zusam- men mit den Models an. Ich mache nichts weg. Wie einen Leberfleck im Gesicht, der am Ende aber wichtig ist, um die Person wiederzuerkennen“, sagt Norman Paeth. Das Foto soll authentisch bleiben. Nur ein- mal hat er sich nicht daran gehalten. „Ich sollte eine Frau älter machen, als sie war. Mit Tränensäcken und Falten“, sagt er. Sie hatte eine Wette laufen mit ihrem Mann und wollte ihn mit den Bildern ein biss- chen auf den Arm nehmen. „Jeder hat eben seine ganz eigene Vorstellung und ich kann sie durch die Fotografie erzählen.“

Bilder von Norman Paeth in der Citygalerie Brilke, Wendische Straße 13, Bautzen, am Pfingstsonntag und Pfingstmontag von 12 bis 18 Uhr. Sächsische Zeitung